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Tipps für den sanften Wintersport

Heimische Wildtiere im Winter

Warum werden Rotkehlchen im Winter eigentlich so rund? Wieso bekommt man kaum Hirsche und Rehe zu sehen in der kalten Jahreszeit? Und schläft der Siebenschläfer eigentlich wirklich sieben Monate durch? Um sich an kalte Temperaturen und ein verknapptes Futterangebot im Winter anzupassen, haben unsere heimischen Wildtiere einige sehr unterschiedliche Strategien entwickelt. Mutter Natur sorgt auf nahezu geniale Weise dafür, dass die Tiere die kalten Monate überleben. Oft bekommen sie davon auch gar nicht so viel mit.

eichhoernchen
Foto: Dieter Haugk, Pixelio

Energiesparmodus ein: Winterstarre, Winterschlaf und Winterruhe
Wechselwarme Tiere, also Amphibien, fallen im Winter in eine Winterstarre. Ihre Körpertemperatur ist von der Außentemperatur abhängig und sinkt im Herbst stark ab. Bevor das passiert, suchen sich die Tiere jedoch noch ein geeignetes Versteck wie eine Spalte oder einen Hohlraum, wo sie oft in großer Zahl überwintern. Einige Froscharten überwintern auch im Wasser. Auch bei vielen Säugetieren wird die Körpertemperatur im Winter stark gedrosselt; sie wird jedoch, unabhängig von der Außentemperatur, konstant auf einem gewissen Niveau gehalten. Um dies gewährleisten zu können, fressen sich die meisten Tiere im Sommer und Herbst bereits eine dicke Energiereserve in Form einer Fettschicht an.

igel
Foto: Mensi, Pixelio

So gewappnet, halten Mäuse, Feldhamster, Siebenschläfer, Murmeltiere und Igel Winterschlaf. In einem geeigneten Quartier verschlafen sie die kalte Jahreszeit. Dabei fällt nicht nur ihre Körpertemperatur, auch Herzschlag und Atmung werden zum Energiesparen auf ein Minimum reduziert. Bei manchen Arten schrumpfen auch Magen und Darm während dieser Zeit; so kann noch mehr Energie eingespart werden.

Die Schlafdauer ist dabei ganz unterschiedlich: Hamster beispielsweise wachen alle paar Tage auf und bedienen sich an einem eigens für den Winter angelegten Futtervorrat, um dann weiter zu schlafen. Siebenschläfer und Murmeltiere machen ihren Namen alle Ehre: der Siebenschläfer kann in der Tat bis zu sieben Monate schlafen, beim Murmeltier sind es je nach Region sogar bis zu neun.

Andere Säugetiere betreiben im Winter eine Art „Winterruhe": Sie verringern ihr Aktivitätslevel auf ein Minimum, ohne zu schlafen, stellen sich beispielsweise an einen windgeschützten Ort in der Nähe einer Futterstelle oder ziehen sich in Höhlen zurück. Auch sie sparen Energie, wo es nur geht: die Körpertemperatur wird gedrosselt, die Blutzirkulation konzentriert sich auf den Rumpf. Sie meiden weite Wege zur Futtersuche, sofern es nur irgendwie geht. So kommen beispielsweihe Rehe, Hirsche, Braunbären, Eichhörnchen, Marder und Waschbären durch die kalte Jahreszeit.

hirsche
Foto: Ich und Du, Pixelio

Isolation durch Fett, Haare und Federn
Eine zweite wichtige Überlebensstrategie neben dem Energiesparen ist die Isolation. Neben Fett, das bekanntlich gut wärmt, legen sich viele Tiere ein Winterkleid zu. Einige Vogelarten beispielsweise, unter ihnen das Rotkehlchen, können ihr Gefieder im Winter stark aufplustern. Die im Gefieder eingeschlossene Luft funktioniert wie ein wärmendes Polster. Als kleine Kugel auf Beinen verringern sie zudem ihre Oberfläche und kühlen nicht so schnell aus.

rotkehlchen
Foto: Péronne vd Ham, Pixelio

Hasen, Füchse und Rotwild bekommen im Winter ein dichtes, wärmendes Fell, bestehend aus hervorragend isolierendem, langem Deck- und wärmendem Wollhaar. Auch hier wird Luft eingeschlossen, die zusätzliche Wärme bringt.

Outdoorsport und Tiere im Winter
Tiere während eines Streifzuges durch die Natur zu beobachten, macht großen Spaß. Gerade im Winter ist es jedoch besonders wichtig, dass sich die Tiere dabei nicht erschrecken. Stress führt nämlich zu einem erhöhten Herzschlag und erhöhter Atemfrequenz, beides Gift für den „Energiesparmodus" der Tiere.

Auf seinen Streifzügen durch die Natur sollte man Tiere daher möglichst zur aus der Ferne beobachten. Dazu kann man ein Fernglas mitnehmen. Auch das Lesen von Spuren im Schnee macht Spaß: wer ist der beste Fährtenleser?

In seinem Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich" hat der Deutsche Alpenverein Skitouren zusammengestellt, bei denen Flora und Fauna möglichst wenig belastet werden. Zudem werden die folgenden Empfehlungen abgegeben (die natürlich auch für Schneeschuhtouren und Wanderungen gelten):

  • (Markierte) Wege möglichst nicht verlassen, nicht ins Unterholz laufen, Baumgruppen umgehen
  • Hunde an die Leine nehmen
  • Lärm vermeiden
  • Vor 10 Uhr und nach 16 Uhr sollten im Hochwinter Gipfel, Rücken und Grate gemieden werden

Weitere Tipps: http://www.alpenverein.de/natur-umwelt/bergsport-und-umwelt/skitouren_aid_10188.html

Quellen: NABU Berlin (www.nabu.de) / Deutscher Jagd-Schutzverband e.V. / Deutscher Alpenverein

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