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Winterspurenlese – so lebten die Menschen im Gebirge im Winter

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Winter im Gebirge sind hart. Der viele Schnee und die Minusgrade stellen besondere Anforderungen an Mensch und Tier. Doch anders als heute mit Strom in nahezu jedem Haushalt, leistungsstarken Landwirtschaftsfahrzeugen und Maschinen waren die Winter um die vergangene Jahrhundertwende eine wahre Herausforderung für die Menschen, die ihren Lebensunterhalt in den Alpen bestritten.


Foto: Gemeinde Bad Kohlgrub

Viehwirtschaft früher

Während das Weidevieh wie Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde im Sommer die Almen in den höheren Lagen begrast, kehrte es gegen September bis Mitte Oktober zurück ins Tal. Der Almabtrieb war ein populäres Spektakel: Sofern der Almsommer ohne Todesfälle bei Menschen und Tieren verlaufen war, wurden die Kühe für ihren Abstieg kunstvoll mit Kränzen, Girlanden und Schnitzereien geschmückt. Noch heute wird der Almabtrieb in vielen Berggemeinden zelebriert und lockt Touristen aus aller Welt an.

Damit das Vieh auch im Winter ausreichend versorgt war, musste beizeiten Gras gemäht und zu Heu getrocknet werden. Gerade auf den steilen Hängen war die Mahd mit der Handsense oft gefährlich. Zur Trocknung des Heus gehörte immer auch ein Quäntchen Glück: So musste es einige Tage auf der Wiese liegen, ohne dass es regnete. Sonst war das Heu hinüber oder musste zur Trocknung in mühevoller Handarbeit auf den sogenannten „Schwedenreitern" aufgehängt werden.Wie auch das Vieh musste das Heu im Winter ins Tal geschafft werden. Dies war die Aufgabe der sogenannten Heuzieher: Sobald genug Schnee lag, brachten sie die großen Heuballen auf Schlitten ins Tal. Aufgrund von Verletzungen und Lawinengefahr ein riskantes Unternehmen!

Die Gefahr, dass die Vorräte nicht reichten, war groß: Dass beispielsweise nicht genug Gras für den ganzen Winter gemäht, getrocknet oder transportiert werden konnte. Oft litten die Kühe im Winter Hunger. Speziell Wintereinbrüche im Frühjahr, wenn die Futtervorräte schon zur Neige gingen, machten den Bauern zu schaffen.



Foto: Elisabeth Grill / Dachstein Salzkammergut

Forstwirtschaft früher

Die einzige Möglichkeit, das Holz aus dem Wald zu bringen, waren früher die schneereichen Winter. Auf den meist steilen Hängen wurden die Stämme auf große Schlitten gekettet und in lebensgefährlichen Abfahrten auf zuvor bereiteten Bahnen ins Tal gebracht. Vom Holzhiehen bzw. Handschlittenzug war damals die Rede. In flacheren Gegenden wurden die Stämme mit den Pferden aus den Wäldern geholt. Auch dabei war der Schnee als rutschige Unterlage willkommen. Hatte es einen Winter nicht geschneit, konnte das Holz nicht aus dem Wald gebracht werden. Die Gefahr, dass der Borkenkäfer das Totholz befiel, war groß und der Schnee somit Lebensgrundlage für die Forstarbeit. Heute wird die Waldarbeit durch den Einsatz schwerer Maschinen erledigt, wobei der Handschlittenzug in vielen Regionen Österreichs noch bis Mitte der 1980er-Jahre zum Einsatz kam.


Foto: Dachstein Salzkammergut

Höfe und Hütten im Schnee

Davon können wir nur träumen: Bis zu zwei Meter Neuschnee waren innerhalb von 24 Stunden möglich. Wer morgens aufstand, musste oft feststellen, dass er komplett eingeschneit war. Schneefräse und Räumfahrzeuge sollten erst viel später erfunden werden; viele Familien waren tagelang im Haus gefangen. Wohl dem, der vorgesorgt hatte: Durch Feuerholz und genügend Lebensmittel wie eingemachtes Gemüse, Pökelfleisch, Marmeladen oder Kartoffeln. Der ganze Sommer stand im Zeichen dieser Vorbereitungen.

Kam es zu einer Krankheit oder Verletzung, war natürlich auch kein Arzt in der Lage, seine Patienten zu besuchen. Fiebersenkende Kräuter, antiseptische Tinkturen oder Blüten und Blätter für Tees und Wickel fanden sich in jeder Vorratskammer, um im Notfall die nötige Linderung zu verschaffen.


Wiege des Skisports?

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Ski in die alpinen Gemeinden; Erzählungen nach brachten sie norwegische Studenten mit, die auch ihre Anwendung lehrten. In den Folgejahren wurden sie mit wachsender Begeisterung von all jenen genutzt, die von Berufs wegen weite Strecken zurückzulegen hatten: So sollen Förster, Bauern und Ärzte, aber auch Pfarrer das Skifahren für sich entdeckt haben.

Bald nutzten auch Frauen und Kinder Ski für ihren Schulweg oder Besorgungen. Skifahren war die einfachste und günstigste Art, sich im tiefen Schnee fortzubewegen und entwickelte sich schnell auch zu einem beliebten Freizeitsport. Welche Gemeinde den „Alpinskisport" erfunden hat, ist bis heute umstritten; am wahrscheinlichsten ist es, dass dieser neue Trend vielerorts gleichzeitig aufkam.

Foto: Gemeinde Bad Kohlgrub / Martin Doll

So wird der Winterausflug ein Hit!
Danke!

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